Deinen Herzensweg gehen: Folge deiner Intuition auch wenn die Konsequenzen schmerzhaft sind

Important Note: Heute vor einem Jahr habe ich mich von meinem damaligen Freund Adam in Zürich an einem warmen Sommerabend getrennt – dies ist ein Text, den ich damals geschrieben habe um meine Erfahrung mit dir zu teilen und dich vielleicht auf deinem Weg etwas zu unterstützen.

Wie folgt man seiner Intuition, wenn die nötigen Entscheidungen dazu dein ganzes Leben durcheinander wirbeln und es nie mehr wieder so sein wird wie vorher?

Nicht alle Entscheidungen sind einfach.


Letzten Sommer habe ich die schwerste Entscheidung meines Lebens getroffen (meinen Job zu kündigen und die Schweiz zu verlassen scheint mir im Vergleich schon fast lächerlich):


Ich habe mich von meinem Freund getrennt.


Dem Mann, denn ich lieb(t)e und Babys wollte. Den Mann, denn ich vor bald zwei Jahren in Bali kennenlernte, nachdem ich mich in der Schweiz abmeldete, und wie kein anderer zuvor war. Zusammen verbrachten wir 1,5 Jahre (gefühlte 10) in Asien, Europa und Zentralamerika - es war unglaublich intensiv - wunderschön aber auch sehr schmerzhaft.


Wenn die Intuition immer lauter wird

Schon seit Wochen spürte ich die Stimme in mir, die meinte es ginge nicht mehr und das ich jetzt lernen muss alleine zu sein. Aber ich konnte nicht - ich konnte ihr nicht folgen, es war für mich im Frühling absolut unmöglich diesen Schritt zuzulassen. Ich war absolut nicht bereit mich diesem Schmerz, diesem neuen Lebensabschnitt hinzugeben.

Aber ich wusste auch, dass es passieren wird und vor allem, dass ich den Schritt wagen muss. Wir wussten beide, dass es nicht mehr geht... aber wir wollten so fest, dass es geht, wir liebten uns ja - jedoch sehr unbewusst und Liebe alleine ist nicht genug als Basis für eine Beziehung.

Ich sagte dem Universum damals: “Ich kann nicht, ich kann eifach nicht gerade jetzt - ich vertraue darauf, dass es passieren wird, wenn wir beide bereit sind.”

Weil schlussendlich, wenn du dich mal auf deinem Herzensweg begibst, wirst du die Wahrheit nicht mehr so einfach ignorieren können.

Schon einige Wochen vorher bereiteten wir uns darauf (unbewusst) vor - wir verbrachten einige Tage alleine, gingen unseren mindful habits nach, ich hatte eine kraftvolle Healing Vibes Meditation, in der ich mich energetisch von seiner Ex trennte und vor allem aber dann am Thema "in meine eigene Kraft und Licht treten" arbeitete. Ich musste endlich lernen alleine zu sein - volle Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen und auch er musste seinen Weg gehen, weil er nicht mehr konnte.

Am 21. Juli, zwei Tage vor einem der stärksten Neumonde dieses Jahr - welcher dafür stand alles zu durchtrennen und loszulösen, dass nicht mehr 100% ehrlich ist - an einem schönen Sommerabend war es dann so weit.

Auf dem Weg zu einem Grillabend mit Freunden gerieten wir in einer klassischen Diskussion, wo wir uns beide nicht verstanden fühlten - weinend lief in gegenüberliegen Park, setze mich unter einem Baum, schloss meine Augen und atmete durch und dann kam die Stimme: “Es geht nicht mehr. Die Zeit ist jetzt gekommen loszulassen.”

Und ich spürte ganz tief, dass es jetzt soweit ist. Es war ganz bewusst und auch der Schmerz sowie die innere Stärke ganz klar. Die Intensivität des Schmerzes lässt sich nicht beschreiben. So ging ich zu ihm... und sagte es ihm. Er spürte dasselbe, aber auch er konnte nicht - wir haben so krass fest daran gehalten, weil wir in unserem Kopf ein Bild hatten davon wie es sein soll - aber im reality check sah es halt ganz anders aus.

Im Leben gehts nicht darum etwas zu versuchen - entweder man macht es oder nicht.

Der Schmerz ist nicht dein Feind

Wir gingen zu meinen Eltern, packten eine der Taschen für ihn - nach 1,5 Jahren zusammen on the road leben. Mit einer Flasche Wein und der herzzerbrechenden Musik von Keaton Henson setzten wir uns auf einem Hügel, hielten uns im Arm und weinten bittere Tränen. Der Himmel war so unglaublich dramatisch, es fing an zu regnen und vor uns stand ein perfekter Bali-Sonnenuntergang mitten in Zürich.Wenn ich das jetzt schreibe, spüre ich den Schmerz noch, aber auch Dankbarkeit, dass wir das so wunderschön zusammen abschliessen konnten. Es war eine ganz bewusste Abschiedszeremonie, die wie ich später herausfand eher untypisch ist bei Trennungen und doch so unglaublich wichtig für den Heilungsprozess um mit den Gefühlen, die präsent sind einfach nur zu sitzen.

Wie fühlst du dich gerade? Spürst du ein Thema oder Gefühl hochkommen, das schon lange an deiner inneren Tür klopft?

Dieser Schmerz war mein grösster Lehrer bisher und ich habe ihn mit voller Selbstverantwortung hingenommen und Platz gegeben. Das möchte ich dir auf dem Weg mitgeben:

Schmerz ist nicht dein Feind. Der Mensch in unserer westlichen Gesellschaft hat zig Möglichkeiten erfunden um den Schmerz unterdrücken - denn Schmerz und Traurigkeit werden als etwas negatives und mühsames angesehen. Das Ding ist, dass unterdrückter Schmerz noch viel schlimmer ist - er ist die ganze Zeit da und beeinflusst uns unbewusst.


Ich gehe mit meinen Gefühlen sehr bewusst um und reflektiere woher diese wirklich kommen:

-Was liegt tiefer unter diesem Gefühl, das diese Person/Situation in mir auslöst?

-War der Schmerz / die Traurigkeit nicht schon vorher da - jedoch unbewusst?

-Bin ich wirklich unbeschwert glücklich, wenn der Mensch, den ich losgelassen habe, wieder bei mir ist?


Denn das bringt mich zu:

Radikale Ehrlichkeit zu sich selbst

Es ist easy mit dem Finger auf andere zu zeigen - es ist der Boss, der Partner, die Freundin, die Kinder, der Staat - doch wenn man ganz bewusst mit seinen Gefühlen umgeht und wirklich (!) bereit ist etwas zu ändern und transformieren, dann muss man ganz ehrlich mit sich werden.

Ehrlichkeit ist ein Prozess - wir lassen immer so viel zu, wie wir gerade händeln können. Daher musst du dir da absolut keine Sorgen machen. Ich habe zum Beispiel viel mit dem Buch “happy yoga” von Steve Ross gearbeitet und die Reflexionsfragen ganz ehrlich beantwortet. Es ist nicht einfach ehrlich zu sich selbst zu sein und die Dinge wirklich anzuschauen, wie sie sind, doch es lohnt sich unglaublich, denn andere können nur so ehrlich sein zu dir, wie du zu dir selbst. Ausserdem ändert Selbst-Ehrlichkeit und Reflexion deine Perspektive ganz drastisch, wenn Dinge geschehen, die du unangenehm findest. Plötzlich erkennst du deinen Teil der Story und bist nicht das arme Opfer.

Mache einen Reality Check:

-Entspricht das, was ich mir so fest gewünscht habe, der Realität?

- Ist das wirklich wahr? Oder einfach eine Illusion, die niemals so zustande gekommen wäre?

-Was würde ich mir eingestehen/entdecken, wenn ich jetzt gerade ganz ehrlich zu mir selbst wäre?

Meistens ist das schmerzhafteste nämlich sich einzugestehen, dass es nie so war, wie man es sich wünschte, sondern man sich selbst belog. Als ich mir bewusst wurde, dass ich mein Wunschbild von dieser Situation loslassen musste, durchging mich so ein unglaublicher Schmerz, dass ich zuerst nicht wusste, was ich in diesem Moment machen sollte.

Wenn dir bei gewissen Fragen keine Antwort kommt, dann ist der erste Schritt sich ehrlich einzugestehen, dass man jetzt nicht ehrlich sein mag. Wie ich, als mir die Intuition zuflüsterte, dass wir einander loslassen müssen.

Doch wie schafft man es radikal ehrlich zu sich zu sein?

Trage Wertschätzung in deinem Herzen

Meine grösste Motivation war, das zu ehren, was war.

Es wäre für mich das undankbarste und unbewussteste so eine Lektion einfach zu ignorieren und alles, was ich in dieser Zeit - egal wie herausfordernd und schmerzhaft es war und noch ist - einfach zu ignorieren. Mich quasi gehen zu lassen. Natürlich geht es hier auch darum Selbstliebe und Selbstverantwortung zu übernehmen für was ist. Ich will nicht undankbar sein und mich als Opfer sehen - nein, ich war Teil von allem und diese Situation ist so schmerzhaft, dass ich den Menschen, der mir so am Herzen liegt, mich selbst und alles, was wir gelernt haben, ehren möchte.

Ich weiss nicht, ob dies die Motivation für alle ist - aber wenn man etwas nicht ehrt, daraus lernt und tief bei sich verändert: Es kommt wieder. Und wieder und wieder.

Und weisst du was? Ich habe absolut gar keinen Bock mehr das noch einmal so zu erleben - eine bewusste Beziehung und Liebe liegen mir so am Herzen - ich komme aber nicht dorthin indem ich in der Scheisse bade. Das ändert in der Zukunft nichts, aber vor allem auch im Jetzt. Damit meine ich nicht, dass du nicht trauern darfst, oh du darfst auch leiden - wir gehen da durch bestimmte Phasen - aber mache es bewusst. Sei ehrlich mit dem, was du jetzt gerade brauchst und nimm dich und deine Gefühle ernst.

Das Problem ist, dass viele den Zugang zu ihren Gefühlen verloren haben, da wir so fest damit beschäftigt sind diese zu ignorieren. Mir fiel es anfangs schwer wirklich auf meinen Schmerz zuzugreifen und ihm Platz zu gewähren und dann hat mich mein Life Coach Ashley Paquin daran erinnert:

Schreiben schafft Platz

Wenn ich einfach schreibe oder auch laut mit mir selbst spreche beim Spazieren, ohne darüber nachzudenken, kommen mit den Worten auch Gefühle (sowie Tränen) und ich bekomme Zugang zu ihnen.

Gefühle brauchen Platz. Sie möchten nicht ignoriert werden:

-Erinnerst du dich an den Moment, wo du angefangen hast unangenehme Gefühle zu unterdrücken?

-Welche Gefühle spürst du, brauchen Platz und möchten gefühlt werden?

-Was hilft dir, den Zugang zu deinen Gefühlen wieder zu finden?

-Welches Gefühl klopft immer wieder an deine innere Tür? Z.B. in Form von Mustern, Menschen und Situationen, die wiederholt auftreten und etwas bestimmtes in dir triggern?

Feeling is healing - mach dich aber auch darauf gefasst, das dies nicht heisst, dass es dann in 5 Minuten wieder weg ist.


Vergiss das Zeitkonzept und übe dich in Geduld

In einer Leistungsgesellschaft hätten wir am liebsten alles schon gestern erledigt. In spirituellen Kreisen beobachte ich auch das “fast healing” - ich hatte zum Beispiel immer das Gefühl, dass ich schon sehr Yin bin, bis ich mir das Knie im Yoga blockiert hatte (was vorher noch nie passierte) und merkte: “Shit, ich bin so YANG! So viel Feuer in mir und am liebsten hätte ich schon all die Schatten und Wunden vorgestern ausgeheilt.”

Doch wieso? Um mich zu optimieren? Damit man mich dann wieder will? Und liebt? Was wäre denn, wenn ich mich einfach jetzt so annehme?

Als ich dann die restliche Stunde in einem Herzöffner liegend verbrachte, kamen auch die Gefühle mit der Ruhe. Wenn wir rennen, haben wir keine Zeit zu fühlen - du musst entschleunigen und vor allem, der Kopf hat keine Ahnung wie das geht.

Wir müssen uns zuerst bewusst werden, dass wir durchs Leben rennen:

-Kann ich einfach mit dem Sitzen was ist? Auch wenn es in einem Jahr noch da ist?

-Kann ich den präsenten Moment so annehmen wie er jetzt gerade ist? Ohne mich optimieren zu müssen um dann am Tag X zufrieden zu sein?

Doch wie findet man diese Ruhe?


SELBSTFÜRSORGE PRAKTIZIEREN IST JETZT BESONDERS WICHTIG

Finde deine self-care Rituale und habe ein caring Support System.

Für mich sind das Women Circles, (Yin & Kundalini) Yoga, Tanzen, die Arbeit mit meinem Life Coach, meine beste Freundin und Familie. Aber auch meine Community von unglaublich tollen Menschen, die für mich “space holden”. Wir brauchen in diesen Situationen Menschen, die uns Rückhalt geben und da sind für uns - ohne sofort was fixen zu müssen.

Das Meditieren ist für mich gerade unglaublich wichtig - denn ich verbinde mich in der Meditation mit etwas Höheren und spüre danach Vertrauen. Wenn ich aber meinen mindful Routinen nicht nachgehe, dann bin ich auf der Angst-Frequenz - alles scheint furchtbar, grau und schwer. Meine liebste Meditation im Moment kommt aus dem Kundalini Yoga. Dabei chante ich das Mantra SA TA NA MA und bewege die Finger in einem bestimmten Mudra. Oder auch das Gayatri Mantra.

Gehe nach Innen, finde heraus was du brauchst und gib es dir:

-Welche mindful habits tun dir jetzt gut?

-Wie kannst du für dich selbst mehr da sein und “space holden”?

-Spürst du Energiearbeit? Energetische Heilmethoden können unglaublich lösend sein in hochemotionalen Phasen.

-Was will und braucht dein Herz heute?

-Was fühlt sich für dich heilend an?

Es ist so wichtig, dass du in dieser Zeit zurück zu deinen achtsamen Gewohnheiten findest - denn oftmals sind wir nur in gewisse Situationen geraten und brauchen diesen (schmerzhaften) Weckruf gerade um uns selbst wieder zu spüren - daher:

Go back to the roots

Wenn unser Leben sich radikal verändert, dann ist das oftmals mit unglaublichem Schmerz verbunden - den Schmerz ist einer der kraftvollsten Weckrufe (was bewusste Liebe auch sein kann!). Immer wenn jemand jammert aber nichts verändert, denke ich mir, dass es einfach noch nicht genug weh tut. Denn wenns dich so richtig schmerzt und du sowas von die Nase voll hast, glaube mir, du wirst alles dafür tun um etwas zu verändern. Es ist auch wichtig, dass man wieder zurück zu seinen Wurzeln findet. Meistens ist man ja in diesen Momenten, wo man eine wichtige Entscheidung treffen muss, irgendwie irgendwo von seinem Weg abgekommen.

Deshalb ist es wichtig den Zugang zu deinem Herzen wieder zu finden:

-Was möchtest du eigentlich wirklich?

-Was war dein Ziel bevor die Situation in der du geraten bist, unangenehm wurde?

-Wieso hast du den Job wirklich angenommen?

-Was wolltest du nach der Ausbildung unbedingt machen?

-Wie hast du dir dein Leben vorgestellt?

-Was war dein sehnlichster Wunsch?

-Was sind deine Werte? Und wie kannst du diese praktisch im Alltag leben?

-Wo hast du Kompromisse geschlossen bei denen du dich selbst betrogen hast?

-Was wolltest du schon so lange tun, hattest aber nicht den Mut dazu?

-Was flüstert dir deine Intuition schon so lange zu?

Sitze doch einfach mal mit diesen Fragen und dann beantworte sie ganz ehrlich. Halte dir immer bewusst vor deinen Augen & Herzen:

Nichts passiert gegen dich sondern für dich

Ja, es tut weh. Ja es ist verdammt schwer. Ja, du fühlst dich verloren. Ja, du weisst nicht, was jetzt als nächstes kommt. Du hast Angst. Du spürst einen riesigen Schmerz. Du fühlst dich unsicher, verwirrt und vielleicht sogar etwas verloren.

Tue jetzt, was dir hilft. Sei für dich da und supporte dich. Zeige deinem inneren Kind, dass es sich auf dich verlassen kann. Suche ein klärendes Gespräch, schreibe, gehe in ein Schweigeretreat, nimm ein Bad, wandere einen Berg hoch und schreie, weine und sei wütend in Mitternachts-Sessions mit deiner besten Freundin - gib all dem den Platz, was du brauchst.

Erforsche diese ungewohnte, neue Situation:

-Was kannst du aus dieser Situation lernen?

-Was triggert diese Person(en) in dir?

-Welche Gefühle möchten endlich gefühlt werden?

-Welche Schatten möchten gesehen werden?

-Was hast du dazu beigetragen (oder eben nicht), dass sich diese Situation so geformt hat?

-Wo darfst du deine Dunkelheit anerkennen?

Du bist genau dort, wo du sein musst. Gehe einfach mit allem, was gerade ist bewusst um (d.h. nimm es an, schaue es an, gewähre es Platz) - du musst jetzt gerade nicht schon die Lösung bereit haben - die Lösung ist nämlich in diesem Moment präsent zu sein.

Mit dem ganzen Schmerz. Mit all den Einsichten. Mit all den Hochs. Alles darf sein, alles ist richtig und wichtig!

Vertraue darauf.


Slow down. Tune in. Let go. Wake up.  
Yin Culture

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Created with lots of love by Aleks Nikolic.

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